Ratgeber Ausbildung

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Gilt in der Ausbildung Mindestlohn?

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Gilt in der Ausbildung Mindestlohn?

Redaktion | 23. Nov 2021 | Kategorien: Berufswahl, Ausbildung
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Seit Januar 2020 gilt für Azubis, die nicht nach Tarifvertrag bezahlt werden, eine Mindestausbildungsvergütung. Beginnst du deine Ausbildung im Jahr 2022, liegt der Mindestlohn für das erste Ausbildungsjahr bei 550 Euro.

Für welche Azubis gilt der Mindestlohn?

Der Mindestlohn für Auszubildende heißt Mindestausbildungsvergütung. Diese gilt für alle Azubis, deren Ausbildung im bundesweiten Berufsbildungsgesetz geregelt ist. Besonders Auszubildende im Handwerk, wie Friseur/innen oder Schornsteinfeger/innen profitieren davon, denn ihr Ausbildungsgehalt lag bislang zum Teil deutlich unter der Mindestausbildungsvergütung.

 

Wer bekommt den Mindestlohn nicht?

Nicht jede/r profitiert von der Mindestausbildungsvergütung, sondern nur für Ausbildungen, die im Berufsbildungsgesetz geregelt sind. Das ist ein Regelwerk für bundeseinheitliche Ausbildungen. Deshalb der Tipp: Schau im Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe, das du für das Jahr 2021 hier findest, nach, ob darin der von dir gewählte Beruf enthalten ist. In dem Fall fällt er unter die Regelungen des Berufsbildungsgesetzes.

 Die Mindestausbildungsvergütung gilt darüber hinaus nicht für:

  • Azubis, bei denen Arbeitgeber und Gewerkschaften für bestimmte Branchen eigenständige Regelungen getroffen haben, die einen geringeren Mindestlohn vorsehen als das Gesetz.
  • Berufsausbildungen, die in den Bundesländern unterschiedlich geregelt werden, wie beispielsweise Erzieher/innen.
  • reglementierte Berufe im Gesundheitswesen, da dort statt des Berufsbildungsgesetzes das Pflegegesetz Anwendung findet.

Auch wer in seiner Ausbildung nach Tarifvertrag bezahlt wird, bekommt keinen Mindestlohn. Jedoch liegt die Ausbildungsvergütung in diesen Berufen zumeist oberhalb des Mindestlohns.

 

Was, wenn ich meine Ausbildung bereits vor 2020 begonnen habe?

In diesem Fall hast du leider keinen Anspruch auf den Mindestlohn in der Ausbildung.

 

Wie hoch ist der Mindestlohn?

Die Höhe des Mindestlohns ist in §17 des Berufsbildungsgesetzes festgelegt.

Bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2021 ist der Mindestlohn wie folgt gestaffelt:

  • Erstes Ausbildungsjahr: 550 Euro
  • Zweites Ausbildungsjahr: 649 Euro (18 Prozent mehr als im ersten Jahr)
  • Drittes Ausbildungsjahr: 742,50 Euro (35 Prozent mehr als im zweiten Jahr)
  • Viertes Ausbildungsjahr: 770 Euro (40 Prozent mehr als im dritten Jahr)

Achtung: Die Höhe ist der Brutto-Lohn! Davon musst du also noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abziehen.

Ausbildungsbeginn im Jahr 2022

Wenn du deine Ausbildung im Jahr 2022 beginnst, beträgt der monatliche Mindestlohn im ersten Ausbildungsjahr 585 Euro. Die Erhöhungen in Prozent sind wieder die gleichen wie 2021. Die Staffelung sieht dann wie folgt aus:

  • Erstes Ausbildungsjahr: 585 Euro
  • Zweites Ausbildungsjahr: 690 Euro
  • Drittes Ausbildungsjahr: 790 Euro
  • Viertes Ausbildungsjahr: 819 Euro

Wenn du deine Ausbildung im Jahr 2023 beginnst, liegt der Mindestlohn im ersten Ausbildungsjahr bei 620 Euro. Auch dann folgen prozentual die gleichen Erhöhungen in den darauffolgenden Ausbildungsjahren.

 

Ausbildungsvergütung in der Metall- und Elektro-Industrie

Tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütungen liegen in der Praxis meist oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns für Azubis. So zum Beispiel in der Metall- und Elektro-Industrie, wo das tariflich vereinbarte Ausbildungsgehalt deutlich über dem Mindestlohn für Azubis liegt.

Als Beispiel hier die tariflich festgelegte Ausbildungsvergütung in der Metall- und Elektro-Industrie in Nordrhein-Westfalen:

  • Erstes Ausbildungsjahr: 981 Euro
  • Zweites Ausbildungsjahr: 1.029 Euro
  • Drittes Ausbildungsjahr: 1102 Euro
  • Viertes Ausbildungsjahr: 1.197 Euro

Du siehst: Hier verdienst du deutlich mehr, als die Mindestausbildungsvergütung. Eine Vergleichstabelle kannst du dir auch hier ansehen.

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