Von zu Hause ausziehen mit 16 oder 17? Das musst du beachten!

Du hast einen tollen Ausbildungsplatz gefunden – nur nicht in deiner Nähe? Wenn du noch keine 18 bist, helfen diese Tipps dir vor dem Umzug.

Umziehen mit 16 oder 17: Dazu gehört auch der erste Mietvertrag - hier: Jugendliche mit Malerutensilien macht eine Kaffeepause unter der Leiter.

Auf einen Blick

  • Du brauchst das Einverständnis deiner Eltern für den Ortswechsel.
  • Deine Eltern sind auch für den Mietvertrag und andere Essentials unverzichtbar.
  • Vorher abklären: Hast Du vor Ort Support in deinem neuen Umfeld? Ein Umzug ist eventuell nicht ohne! Pass gut auf dich auf.

Du brauchst das Einverständnis deiner Eltern

Für manche kann der Auszug aus dem Elternhaus nicht früh genug kommen. Sie möchten allein wohnen, obwohl sie noch keine 18 sind. Doch: Bis zu deiner Volljährigkeit haben deine Eltern die Verantwortung für dich. Damit ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht verbunden. Das bedeutet, sie dürfen festlegen, wo du wohnst. Das heißt: Bist du 16 oder 17 und fühlst dich reif für ein eigenständiges Leben, so brauchst du dennoch das Einverständnis deiner Eltern. Hast du dieses Einverständnis, kannst du ausziehen – zum Beispiel, wenn du eine Ausbildung an einem entfernten Ort beginnst.

Sind deine Eltern nicht einverstanden, dass du ausziehst, kannst du das Jugendamt hinzuziehen. Es kann einen Beschluss des Familiengerichts erwirken. Am besten klärst du vorher mit deiner Ansprechperson, wie sie die Chancen vor dem Familiengericht einschätzt. Bedenke auch, wie es danach weitergeht. Denn auch bei den weiteren Schritten sind deine Eltern noch wichtig.

Kein Mietvertrag ohne die Eltern

Bist du unter 18, brauchst du für Verträge die Mitunterschrift deiner Eltern. Das betrifft

  • den Mietvertrag
  • den Telefonvertrag
  • den Möbelkauf
  • Verträge mit Versorgern für Strom, Gas, Wasser etc.

Alternativ können deine Eltern dir eine Einwilligung ausstellen, in der steht, dass sie einverstanden sind, dass du den Mietvertrag unterschreibst.

Bürgschaft der Eltern

Die meisten Vermieter verlangen eine Mietbürgschaft der Eltern. Das gilt übrigens nicht nur, wenn die MieterInnen minderjährig sind. Die Bürgschaft dient dem Vermieter als Sicherheit. Denn damit springen die Eltern ein, wenn du die Miete, die Nebenkosten oder selbst verschuldete Schäden nicht zahlen kannst.

Anspruch auf finanzielle Unterstützung

Solange du minderjährig bzw. in der Ausbildung bist, sind deine Eltern unterhaltspflichtig. Wenn du dich in Ausbildung befindest und nicht mehr zu Hause wohnst, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.

Alternativ ist ein Antrag auf Wohngeld möglich. Es hilft Menschen mit geringem Einkommen, sofern sie nicht schon bestimmte andere Sozialleistungen erhalten.

Wohlfühlen am neuen Ort

Am neuen Wohnort gut ankommen – dazu tragen viele Faktoren bei. Wer bereit ist, für seinen Ausbildungsplatz die Koffer zu packen, sollte vorab checken:

  • Habe ich im Unternehmen feste Ansprechpersonen – zum Beispiel die Ausbildungsleitung?

  • Wie offen und wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?

  • Welche Freizeitangebote gibt es vor Ort?

  • Wie oft sind Heimfahrten möglich?

Mit kultureller Umstellung rechnen

Einige junge Menschen sind bereits nach Baden-Württemberg gezogen, um bei der Chiron Group in Tuttlingen zu arbeiten. Das M+E-Unternehmen beschäftigt in Europa, Amerika und Asien rund 1.900 Mitarbeitende. Es wurde vor mehr als 100 Jahren als Fabrik für feinmechanische Geräte und chirurgische Instrumente gegründet. Heute baut es Maschinen und Anlagen, zum Beispiel für den Automobilbau, die Medizintechnik und die Luft- und Raumfahrt.

Die Ausbildungsleitung unterstützt den zugezogenen Berufsnachwuchs dabei nach Kräften, gerade, wenn der Neuling noch nicht volljährig ist. Ausbildungsleiter Herbert Mattes erzählt: „Wir haben bei der Wohnungssuche geholfen, und er durfte zum Wochenende auf unsere Kosten nach Hause fahren.“ Doch obwohl sich seine Kollegen in Tuttlingen sehr um ihn kümmerten, war das Heimweh groß. Herbert Mattes ergänzt: „Wir haben ihn überzeugt, durchzuhalten und die Prüfung durchzuführen.“

Herbert Mattes, Ausbildungsleiter, Chiron Group

„Wir haben bei der Wohnungssuche geholfen.“

Herbert Mattes, Ausbildungsleiter, Chiron Group


Das neue Umfeld als Chance

Freude an der Ausbildung und eine gute Work-Life-Balance gehören zusammen – das gilt auch, wenn man mit 16 oder 17 fernab von zu Hause einen neuen Beruf erlernt. Darum lohnt sich der Check:

  • Welche Entfernung ist annehmbar?

  • Haben vielleicht auch Freundinnen und Freunde/Familie die Möglichkeit, ab und zu zum Ausbildungsort zu kommen?

  • Wie viele Besuche sind okay – und wie cool ist es, stattdessen mit neuen Leuten vor Ort loszuziehen, um ihre Lieblingsspots zu entdecken?

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